KI spart Sachverständigen Schreibarbeit, keine Facharbeit. Was das konkret bedeutet, was rechtlich gilt und wie Augenschein KI transparent einsetzt — eine ehrliche Einordnung.
Der Begriff "Künstliche Intelligenz" ist weit gefasst. Im Kontext von Sachverständigenarbeit geht es nicht um autonome Entscheidungen oder den Ersatz von Fachwissen. Es geht um drei konkrete Hilfsfunktionen, die Zeit sparen ohne den Sachverstand zu ersetzen.
Befunde und Beobachtungen vor Ort einsprechen — genau so wie Sie es beschreiben würden
Sprache wird transkribiert, nach Bereichen sortiert und als lesbarer Text aufbereitet
Der Entwurf wird von Ihnen geprüft, ergänzt und in Ihren Workflow übernommen
Der Sachverstand — die fachliche Einschätzung, die Bewertung von Befunden, die Urteilsbildung — bleibt zu 100% bei Ihnen. Was KI übernimmt, ist die mechanische Zwischenschicht: Sprache in Text umwandeln, Text strukturieren, Berichte vorformulieren. Das ist der Bereich, in dem Sachverständige im Durchschnitt ein bis drei Stunden pro Gutachten verlieren.
Viele KI-Versprechen sind übertrieben. Eine ehrliche Einordnung hilft Ihnen, realistischen Nutzen zu erkennen und Risiken zu vermeiden. Augenschein trifft keine fachlichen Bewertungen — das ist eine Designentscheidung, keine technische Einschränkung.
Der Einsatz von KI-Tools wirft für Sachverständige berechtigte Fragen auf — insbesondere für öffentlich bestellte und vereidigte sowie für gerichtlich tätige Gutachter. Hier eine sachliche Einordnung der relevanten Rechtsgrundlagen.
Dies ist keine Rechtsberatung. Bei konkreten Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren IHK-Sachverständigenbeirat oder einen Rechtsanwalt.
§ 407a Abs. 3 ZPO verbietet Gerichtsgutachtern, ihre Aufgabe ohne Genehmigung auf Dritte zu übertragen. KI-Assistenzfunktionen wie Transkription und Textformatierung gelten im Allgemeinen nicht als Aufgabenübertragung — ähnlich wie ein Diktiergerät oder eine Schreibkraft. Die fachliche Verantwortung bleibt beim Sachverständigen. Bei weitergehender KI-Nutzung empfiehlt sich Transparenz gegenüber dem Gericht.
Die EU-KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689) klassifiziert KI-Systeme nach Risikostufen. Dokumentations- und Assistenzwerkzeuge wie Augenschein fallen in die Kategorie geringen Risikos: Die App trifft keine autonomen Entscheidungen, beeinflusst keine Rechtspositionen direkt und gibt keine fachlichen Urteile ab. Hochrisiko-KI (z.B. für Kreditentscheidungen oder Strafverfolgung) unterliegt strengeren Anforderungen.
Sachverständige verarbeiten häufig personenbezogene Daten (Grundstückseigentümer, Auftraggeber, Fahrzeughalter). Beim Einsatz von SaaS-Tools sind sie als Verantwortliche nach Art. 4 DSGVO einzustufen — der Tool-Anbieter als Auftragsverarbeiter. Augenschein schließt mit jedem Nutzer einen AVV nach Art. 28 DSGVO ab. Alle Daten verbleiben auf EU-Servern in Frankfurt.
Hinweis: Die rechtliche Bewertung des KI-Einsatzes im Sachverständigenwesen entwickelt sich weiter. Die hier dargestellten Einschätzungen basieren auf dem Stand April 2026 und ersetzen keine individuelle Rechtsberatung. Für verbindliche Auskunft zu Ihrer konkreten Situation wenden Sie sich an Ihren Verband (IHK, DGuSV, BVSK o.a.) oder einen auf Sachverständigenrecht spezialisierten Rechtsanwalt.
Augenschein ist ein KI-gestütztes Werkzeug — aber kein undurchsichtiges. Hier legen wir offen, welche Modelle zum Einsatz kommen, was mit Ihren Daten passiert und wo die Grenzen der Automatisierung bewusst gesetzt wurden.
Ihre Sprachnotizen werden mit OpenAI Whisper transkribiert — einem spezialisierten Spracherkennungsmodell mit sehr guter Genauigkeit für Deutsch, auch bei Fachbegriffen. Die Audiodatei wird zur Verarbeitung übertragen und danach nicht dauerhaft gespeichert.
Aus Ihren transkribierten Notizen erstellt Claude (Anthropic) strukturierte Berichte, E-Mails und Protokollentwürfe. Das Modell wird über AWS Bedrock in Frankfurt betrieben. Ihre Notizen werden nur für die Dauer der Verarbeitung übergeben — danach nicht gespeichert.
Ihre Projekte, Notizen und Fotos werden in Supabase auf EU-Servern in Frankfurt gespeichert. Nur Sie haben Zugriff. Keine Weitergabe an Dritte, kein Verkauf von Daten, kein Zugriff durch Augenschein-Mitarbeiter ohne Ihren ausdrücklichen Auftrag (z.B. Support).
Ihre Befunddaten, Fotos und Notizen werden nicht zum Training von KI-Modellen verwendet. Dies gilt für alle eingesetzten Dienste (Whisper, Claude, Supabase) und ist vertraglich durch Data Processing Agreements (DPA) mit jedem Anbieter abgesichert.
Augenschein ist speziell für Immobilien-Sachverständige gebaut. Die KI liest Beschlüsse, Grundbuchauszüge und Energieausweise aus, dokumentiert den Ortstermin per Sprache und Foto, und erstellt den Gutachten-Entwurf nach ImmoWertV.
Der komplette Prozess: Von der ersten PDF bis zum exportierbaren Word-Entwurf. Mit Prozessfluss und Vergleichstabelle.
Zur StartseiteWas genau im Entwurf steht: Kapitelstruktur nach ImmoWertV, Sachwert-, Vergleichswert- und Ertragswertverfahren.
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